Zum Ironman in die Türkei

Zwei Wochen strahlender Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen, Sandstrand soweit das Auge reicht und das tiefblaue Mittelmeer zur zwischenzeitlichen Abkühlung, dazu ein super organisiertes Mitteldistanzrennen auf einer flachen und schnellen Strecke. Das sind die richtigen Zutaten, um das Triathlonjahr 2024 zu einem tollen Ende zu bringen und im Urlaub noch einmal ordentlich Sonne zu tanken und zu entspannen.

Der Ironman 70.3 in Belek feierte in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Dies lockte am ersten Novemberwochenende knapp 1400 Triathletinnen und Triathleten an die türkische Mittelmeerküste. Um uns ordentlich zu akklimatisieren sind wir bereits eine Woche vor dem Rennen nach Belek gereist. Leider startete der Urlaub nicht ganz reibungslos, da das Flugzeug, das uns nach Antalya bringen sollte mit deutlicher Verspätung in Düsseldorf eingetroffen ist und die Crew dann nicht mehr mit uns nach Antalya zurückdurfte. So sind wir dann nicht morgens um 10:00 gestartet, sondern erst um 19:00, so dass wir erst weit nach Mitternacht in unserem Hotel angekommen sind. Den nächsten Tag haben wir dann zur Entspannung genutzt und die Liegen am Strand nur zum Essen und Trinken verlassen.

Am nächsten Tag wurden dann die Räder aufgebaut und wir haben die Rennstrecke das erste Mal erkundet. Wir waren begeistert vom tollen neuen Asphalt ohne irgendwelche Schlaglöcher. Allerdings waren lediglich wir beide und vielleicht noch zwei oder drei andere Triathleten die einzigen Verrückten, die sich als Radfahrer in den türkischen Verkehr getraut haben. Aber es hat natürlich auch seine Vorteile, wenn man sich nur ein paar Zentimeter zur Seite lehnen muss, um dann vom vorbeirasenden Bus ein Stück mitgezogen zu werden. Da muss man gar nicht mehr trampeln …. Und es waren hunderte Busse unterwegs!

Vom Angstschweiß durchnässt sind wir nach knapp 90 Minuten wieder zurück im Hotel gewesen, haben die Schuhe getauscht und auch noch einen Teil der Laufstrecke erkundet. In den weiteren Tagen vor dem Rennen haben wir die beiden Einheiten nochmal wiederholt aber auch das typische Touristenprogramm abgespult: Altstadttour in Antalya, mit der Seilbahn auf den Mount Olympos in 2300m Höhe gondeln oder mit dem Boot durchs Mittelmeer tuckern. Und natürlich haben wir auch das Land of Legends besucht, ein Freizeitpark mit Achterbahnen und jede Menge wilde Wasserrutschen, durch den am Wochenende dann auch Teile der Laufstrecke führen.

Ab Freitag stand dann das Rennfieber im Vordergrund: Abholen der Startunterlagen, Shoppen im Ironman Merchandising Store und vor dem Ironman Logo posieren … Am Samstag folgte dann das Einchecken der Räder und die Abgabe der Kleiderbeutel. Dazwischen durfte das Entspannen am Strand aber nicht fehlen.

Am Rennmorgen wurden wir dann ordentlich überrascht. Haben wir das Mittelmeer bis dahin nur spiegelglatt erlebt, präsentierte es uns pünktlich zum Rennen schon ganz ordentliche Wellen. Geschwommen wurden zwei Runden: ein äußerer Kurs mit ca. 1200m gefolgt von einem Landgang, um dann den inneren Kurs mit ca. 700m anzugehen. Um nicht allzu viel Wasser zu schlucken, galt es den Kopf beim Atmen ein wenig weiter zu drehen und speziell beim Schwimmen Richtung Land brauchten wir doch manchmal mehrere Züge, um die Schwimmrichtung über den Wellen zu erkennen. Trotz dieser zusätzlichen Herausforderungen sind wir mit sehr ordentlichen Schwimmleistungen aus dem Wasser wieder in die Senkrechte gekommen und dann Richtung Wechselzone gespurtet.

Auf dem Rad wurden zwei Runden auf einer sehr flachen Radstrecke absolviert. Die Strecke führte vom Strand zum ehemaligen Expo-Gelände und von dort nach der zweiten Runde zur zweiten Wechselzone am Land of Legends. Die einzigen Steigungen waren kleinere Brücken. So konnten wir ordentlich Gas geben. Mit zunehmender Renndauer wurde der Wind auch stärker, mit dem Ergebnis, dass wir auf der Fahrt zum Wendepunkt für ein gutes Tempo schon kräftig in die Pedalen treten mussten. Auf dem Weg zurück zur Wechselzone wurden wir dann aber mit ordentlich Rückenwind belohnt. Beim Abstellen des Rades gab es dann eine Besonderheit. Wir mussten nicht unsere Nummer auf den Haltern suchen, sondern die Räder wurden einfach in der Reihenfolge, wie wir die Wechselzone erreicht haben, abgestellt.

Gelaufen wurde über 3,5 Runden, wobei sich ein Teil der Strecke sowie der Zieleinlauf im Land of Legends befindet. Der Rest der Strecke ist dann nicht ganz so spannend: eine einsame Wendepunktstrecke entlang der Straße, auf der aber durch DJ und Live Musik für Stimmung gesorgt wurde. Die Temperaturen waren inzwischen ordentlich gestiegen, die Getränkeversorgung war mit Halbliter-Wasserflaschen aber auch vorbildlich. Kühlung und Wassernachschub war somit immer wieder sichergestellt. Der Zieleinlauf erfolgte dann direkt vor dem Wahrzeichen des Land of Legends, einem Märchenschloss. Siegerpose und Zieleinlauflächeln wurden dann bei mir vom Sportografen sehr gut festgehalten, Ronjas Zieleinlauf hat er leider verpasst. Die Zielverpflegung war recht ordentlich. Es gab reichlich Pasta, Salate, Cola und Wasser. Das alkoholfreie Weizen ist bei diesem Rennen noch nicht angekommen.

Zufrieden und erschöpft ging es dann zurück zum Hotel, um uns dann schön im Meer abzukühlen und anschließend beim Kuchenbuffet wieder zu stärken. Abends haben wir uns noch die Siegerehrung und die Slotvergabe für die WM im kommenden Jahr in Marbella angeschaut. Aber wie schon in Duisburg so gingen auch hier die Slots in der Regel für die Erstplatzierten auf dem Podium weg. In der zweiten Woche stand dann noch mehr Urlaub und Erholung im Vordergrund. Einschränkungen beim Essen und Trinken gab es nicht mehr. Somit konnten wir auch leckere Cocktails in der Sunset Bar genießen. Zusammenfassend war es ein tolles Rennen und ein sonniger und erholsamer Urlaub.