Am ersten Maiwochenende startete die Ironman Pro Serie ihre Europatournee mit einem 70.3 Rennen im Badeort Jesolo unweit von Venedig. Bei den Profis war unter anderem der ehemalige 70.3 Weltmeister aus Lahti, Rico Bogen, im Starterfeld zu finden. Vom Tri-Team Hagen gingen Jörg Karweg, Ronja Brüggemann und Michael Höfling an den Start. Dabei legte Jörg ein grandioses Rennen hin und sicherte sich souverän einen Slot für die Ironman 70.3 WM im November in Marbella.
Der Rennmorgen überraschte die Teilnehmenden mit einem kräftigen Wellengang. Um Punkt 7:30 wurden die Altersklassenathleten in die Wellen geschickt, kurz hinter den Starts der Profirennen der Männer und Frauen. ACDC heizte den Athleten dabei ordentlich ein. Jörg hatte sich mutig ziemlich weit vorne einsortiert und sprang somit als erster vom Hagener Trio in die Wellen, gefolgt von Michael und Ronja. Alle drei hatten bis zur ersten Wendeboje ordentlich zu kämpfen, danach knickte die Strecke um 90 Grad nach links ab, so dass die Wellen jetzt nur noch von der Seite kamen und nicht mehr ständig ins Gesicht schlugen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war das Schwimmen geschafft und es ging durch die Reihen der jubelnden Zuschauer an den Hotels in erster Strandlage vorbei über eine steile Rampe in die Wechselzone.

Auf der Radstrecke ging es zuerst westwärts Richtung Venedig, ziemlich verwinkelt mit vielen Wendepunkten, damit eine relativ viel befahrene Brücke nicht vollständig für den Autoverkehr gesperrt werden musste. So dauerte es ein wenig, bis man vernünftig Tempo machen konnte. Nach ca. 20km ging es dann wieder an der Wechselzone vorbei Richtung Osten aus Jesolo hinaus. Immer wieder führte die Strecke wunderschön an Gewässern entlang, insgesamt dreimal über steile und schmale Holzrampen, die extra für den Ironman aufgebaut werden, um Hauptstraßen zu überqueren. Einige Teile der Strecke wiesen einen recht rauen Fahrbahnbelag auf, so dass der ein oder andere Teilnehmer flickend am Straßenrand zu beobachten war. Auch lagen jede Menge Radflaschen am Rand, die sich aus den Halterungen gelöst hatten. So erging es auch dem Autor dieser Zeilen, der nach knapp 20km seine Rennverpflegung verloren hat.

Auch der Wind versteckte sich nicht, so dass man in einigen Passagen ordentlich nach vorne getragen wurde. Nach dem nächsten U-Turn musste man sich aber wieder richtig klein machen, um weiterhin den guten Radschnitt zu halten.
Jörg kam mit diesen Verhältnissen am besten klar und donnerte mit einem Schnitt von über 39km/h über die Strecke, womit er die Basis für seinen späteren Erfolg legte. Aber auch die Leistungen von Ronja und Michael konnten sich sehen lassen.
Nach knapp 90km wurden die Räder wieder in der Wechselzone abgestellt, der Helm abgelegt und Rad- gegen Laufschuhe getauscht. Aus der Wechselzone hinaus ging es zunächst über die steile Rampe, die den Teilnehmenden noch vom Weg aus dem Wasser in die Wechselzone in Erinnerung war. Direkt danach hieß es, links auf die aus drei Runden bestehende Laufrunde abzubiegen. Die ersten Kilometer ging es schön schattig über die Restaurantmeile, danach führte die Runde auf die Strandpromenade Richtung Ziel am Leuchtturm von Jesolo bei strahlendem Sonnenschein vorbei an zahlreichen Zuschauern und sonnenhungrigen Badegästen.

Zum Ende der dritten Runde durften dann alle links Richtung Zielkanal abbiegen und sich dort von den Angehörigen und Zuschauern feiern lassen, wie immer motivierend kommentiert vom souveränen Ironmansprecher. Auch auf der Laufstrecke setzte Jörg seine hervorragende Leistung fort und sicherte sich mit einer super Zeit von unter 4:40 den Startplatz für die Ironman WM. Michael kam mit einer ordentlichen Leistung nicht ganz an seine Zeit aus dem letzten Rennen in der Türkei heran. Ronja dagegen konnte ihre Laufleistung gegenüber den letzten Rennen steigern und unterbot die Gesamtzeit aus der Türkei.
Abends fanden dann in einer hervorragenden Atmosphäre Siegerehrung und Slotvergabe für die WM statt. Auf den Startplatz mussten die Hagener Teilnehmer in den nächsten Tagen nach dem Rennen natürlich noch ordentlich anstoßen. Außerdem wurden selbstverständlich noch Venedig und einzelne Insel der Lagune erkundigt sowie Pizza, Pasta und Vino genossen.
