Die Westfjords Way Challenge ist ein Self-supported Gravel-Bike-Rennen über 950 km auf Island. Im Unterschied zu ähnlichen Rennen sind 4 Etappen festgelegt und Windschattenfahren wird empfohlen. Die erste Etappe über 260km lief ganz gut, obwohl es morgens nur 2 Grad waren und es Abschnitte mit grobem Schotter gab.
Die zweite Etappe war mit 245km zwar etwas kürzer, erwies sich aber als ordentliche Herausforderung: Fast die Hälfte Schotter und nach dem kahlen Berg mit Sturm von oben kamen zwei lange Fjorde, an denen es gefühlte Ewigkeiten gegen den starken Wind ging. Dort musste ich ständig hart in die Pedale treten und kam erst nach 16 Stunden völlig kaputt am Ziel an. Die 3. Etappe musste ich deshalb – wie fast ein Drittel der Teilnehmer- auslassen.

Da die abschließende 4. Etappe auch einzeln gewertet wurde, konnte ich da aber wieder starten. Es ging um Mitternacht bei wunderschönem rötlichen Licht los. Beim Frühstück hatten wir schon die Hälfte der 210km geschafft, aber die wahren Herausforderungen lagen noch vor uns. Auf dem Svalvogar Weg hatte ich mit 2km grobem Schotter gerechnet, aber es wurden ca. 40km, die mit meinen 35mm Reifen praktisch nicht fahrbar waren.

Schließlich ging der Schlussanstieg durch echtes MTB Gelände und nach 17 Stunden und 3800hm erreichte ich endlich das Ziel. Zum Abschluss sprangen wir alle vom Ísafjörður Pier in den 8 Grad kalten Fjord. Trotz aller Strapazen war es ein tolles Erlebnis, durch diese wunderschöne Landschaft zu fahren.
